Fünf Jahre House of Resources Köln: Demokratie braucht starke Strukturen und Menschen, die sie gestalten
Köln. Wie gelingt gesellschaftlicher Zusammenhalt in einer vielfältigen Stadt? Welche Rolle spielen migrantische Organisationen für Demokratie, Integration und Teilhabe? Und wie muss staatliche Förderung aussehen, damit zivilgesellschaftliches Engagement dauerhaft wirken kann? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Fachveranstaltung zum fünfjährigen Bestehen des House of Resources Köln, zu der Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenkamen. Bereits in seiner Eröffnungsrede machte der Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer, Prof. Dr. Matthias Hochgürtel, deutlich, dass Wissenschaft und Zivilgesellschaft keine getrennten Welten seien. Nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen entstünden dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen miteinander verbunden werden. Hochschulen seien deshalb nicht nur Orte der Forschung und Lehre, sondern zugleich Partner einer lebendigen Zivilgesellschaft. Auch Brigitta von Bülow, Bürgermeisterin der Stadt Köln, würdigte das House of Resources Köln als wichtigen Ort des demokratischen Austauschs. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung seien Räume notwendig, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam Lösungen entwickeln und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Einen besonderen Akzent setzte Daniel Dwars, Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. In seinem Grußwort machte er deutlich, dass das House of Resources Köln weit mehr sei als ein Förderprojekt. Es sei eine tragende Infrastruktur für eine lebendige Demokratie. Besonders hob er hervor, dass das Kölner Modell bundesweit
Räume schaffen, Perspektiven stärken: Neue Mikroprojekte 2026
Das House of Resources Köln freut sich, auch 2026 wieder vielfältige Mikroprojekte aus der Kölner Stadtgesellschaft unterstützen zu können. Möglich wird dies durch die Förderung des Bundesministeriums des Innern (BMI) sowie der Aktion Neue Nachbarn. Die geförderten Projekte zeigen, wie vielfältig, kreativ und wirkungsvoll das Engagement von Vereinen, Organisationen, Kollektiven und Initiativen in Köln ist. Sie schaffen Räume für Begegnung, Empowerment, kulturelle Teilhabe, Bildung, Austausch und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Mittelpunkt stehen Perspektiven, Erfahrungen und Ressourcen von Menschen und Communitys, die Rassismus, Antiziganismus, Queerfeindlichkeit, Sexismus, Klassismus oder weitere Formen von Diskriminierung und gesellschaftlichen Barrieren erfahren. Viele der Projekte setzen sich mit diesen Verhältnissen auseinander, schaffen stärkende Räume und entwickeln eigene Formate aus den Communitys heraus. Die geförderten Mikroprojekte Naso Anna – Gemeinsam starkDas Projekt schafft einen Raum für Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung, in dem Austausch, gegenseitige Unterstützung, soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt stehen. deepower e.V. – „Starke Bilder, starke Stimmen“Im Rahmen des Afrika Film Festivals organisiert deepower e.V. kostenfreie Filmvorführungen afrikanischer Regisseur*innen in Köln-Kalk sowie anschließende Empowerment-Workshops. Das Projekt macht vielfältige Perspektiven afrikanischer Filmschaffender sichtbar und lädt zur Auseinandersetzung mit Bildern, Repräsentation und Zugehörigkeit ein. Colognia Zatoon – „Sobhiyye“Das Kollektiv Colognia Zatoon gestaltet einen offenen Begegnungsraum für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte, insbesondere mit
Vereinsbuchhaltung neu gedacht: Zwei intensive Qualifizierungstage bei HOR-Köln
An zwei aufeinanderfolgenden Tagen fanden unter der fachlichen Leitung von Amanuel Amare zwei praxisorientierte Buchhaltungs- und Steuerworkshops für Vereine statt. Mehr als zehn Vereinsvertretungen nahmen an den Veranstaltungen teil und erhielten eine fundierte Einführung in die zentralen Anforderungen einer ordnungsgemäßen Vereinsbuchhaltung, Steuererklärung und digitalen Verwaltung. Im Mittelpunkt standen die korrekte Erfassung von Einnahmen und Ausgaben nach dem Kontenrahmen SKR 42, die Unterscheidung der vier steuerlichen Sphären eines gemeinnützigen Vereins – ideeller Bereich, Zweckbetrieb, Vermögensverwaltung und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb sowie die Vorbereitung belastbarer Unterlagen für das Finanzamt. Anhand konkreter Praxisfragen wurden typische Herausforderungen der Vereinsarbeit aufgegriffen: Wie werden Fördermittel, Spenden, Honorare, Sachkosten oder projektbezogene Ausgaben richtig verbucht? Welche Angaben sind für die Einnahmen-Überschussrechnung relevant? Und welche Anforderungen entstehen, wenn ein Verein bilanzierungspflichtig wird? Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der digitalen Steuererklärung über ELSTER. Die Teilnehmenden erhielten eine technische Einführung, wie Unterlagen hochgeladen, Einnahmen und Ausgaben systematisch vorbereitet und steuerlich relevante Angaben nachvollziehbar dokumentiert werden können. Damit wurden nicht nur rechtliche Grundlagen vermittelt, sondern auch konkrete Handlungssicherheit für die tägliche Vereinsverwaltung geschaffen. Innovativ war zudem die Einbindung künstlicher Intelligenz. Vorgestellt wurden speziell entwickelte Custom GPTs, die Vereine dabei unterstützen können, Buchhaltungsdaten zu prüfen, Einnahmen und Ausgaben den richtigen steuerlichen Bereichen zuzuordnen, EÜR-Strukturen vorzubereiten oder auch Bilanzen